Schweizauftakt

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Letzten Donnerstag also landete ich dank einer dichten Wolkendecke mit der Anmut eines schlecht gefalteten Papierfliegers auf dem Berner Rollfeld, bereit für sieben Tage helvetischer Erlebnisse. In dieser Woche sah ich mehr Schokolade, als ich in meinem Leben essen kann und genug Grappa, um sie hinunterzuspülen. Ich war auf dem ersten Berner Poetry-Slam und stand vor der van Gogh Ausstellung in Basel. Ich habe Muskelkater vom Berghinabsteigen und eine Frühsommererkältung, weil ich den gefühlten Temperaturanstieg am Lago Maggiore überschätzte. Ich bilde mir jetzt ein, Schweizer Dialekte unterscheiden zu können, wenn auch nur in solche die ich ein wenig verstehe und solche, die ich gar nicht verstehe. Ich bekam einen lackierten Zehennagel in Zürich und eine ebenso rot gefärbte Nase im Tessin. Ich war auf ein Schweizer Fondue eingeladen, dessen internationale Besetzung den geschmolzenen Käse in den Keramiktöpfen des Genfer UNOGs vor Neid erblassen lassen dürfte. Ausserdem kenne ich die Strafe für ein verlorene Brotstücke (zum Glück beinhaltet sie keine Ketten und die nähere Erkundung des Aarer Flussbettes). Mir wurde schwarz auf weiß attestiert, selbst für Schweizer Verhältnisse langweilig zu sein (ihre Worte nicht meine) und ich entdeckte eine neue Form der Langsamkeit. Ich widerlegte die Behauptung amerikanischer Filme, laut der Tabakkonsum direkt proportional zur Verruchtheit eines Charakters ist und merkte dabei wieder einmal, warum die kriminelle Laufbahn meine nicht ist. Sprich, ich habe eine Menge Notizen und Bilder gesammelt, um diesem Blog in den nächsten Tagen eine gehörige Herz-Rhythmus-Massage zu verpassen.

Vor allem aber erfuhr ich die Gastfreundschaft zweier Schweizer Bloggerinnen, namentlich der Damen Chliitierchnübler und DiVa, die das Wort so groß schreiben, dass eine adäquate Wiedergabe hier aufgrund der Beschränkungen des W3C-Konsortiums für html-Tags leider nicht möglich ist. Ich kann nur jedem Leser raten, mit vollem Einsatz um die Gunst der Damen zu buhlen, sollte er einen Urlaub in der Schweiz auch nur annähernd in Erwägung ziehen.

Off to Switzerland

Obwohl ich es der geschätzten Hälfte meiner Leserschaft nachher direkt ins Gesicht sagen kann: Ich bin zur Zeit in der Schweiz und in Ermangelung eines Laptops praktisch offline. Neues wirds also frühestens Ende nächster Woche hier wieder geben.

(So und jetzt schick ich meine Userstatistiken noch an die Spambotmailadressen. Die einstelligen Besucherzahlen sollten sie ja wohl davon überzeugen, dass auch mit 60 Spamkommentaren in drei Tagen keine Klicks auf ihre Seiten zu holen sind.)

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Ich kreuz beim Lotto ja immer nur ein Kästchen an. Sechs Zahlen richtig tippen, das trau ich mir nicht zu.

Drückt mir euren Daumen für die Ziehung morgen.

Back in the days

Nevada, 2003
Nevada, 2003

…war ich ja noch cool genug ins Bier zu pinkeln, wenn sie es mir zu warm servierten. Nur dieses verdammte Eichhörnchen, das mir ständig die Show stahl, dagegen bin ich nie angekommen.

via

Original

Die schuhgewordene Stillosigkeit

Je näher der der Firmenlauf rückte, desto weiter entfernte ich mich von der Ziellinie. Ich trainierte zwar treu den Trim-dich-Pfad weiter, aber mein Knie klopfte ein ums andere mal und mit der Beharrlichkeit eines Vorwerkvertreters an meine Rezeptoren. Ich versuchte den Schmerz zu ignorieren, aber daraufhin griff es sich ein paar Nervensträngen und peitsche auf meine Großhirnrinde ein bis ich schließlich doch nachgab und den restlichen roten Kiesweg wieder zum Auto zurück schlenderte. Ich war es leid.

Tags darauf also machte ich mich nach der Arbeit zu einem der großen Sportgeschäfte auf und fuhr mit der Rolltreppe in die Joggingabteilung. An die ganze Wand hingen kleine Plexiglasbretter auf denen je ein einzelner Schuhe stand. Kauf einen Schuh und schon bald kannst du wiederkommen und auf den leere Sims deinen Pokal stellen, oder so ähnlich. Continue reading