Zu den Errungenschaften der Postmoderne und ihrer Koketterie mit dem Medium an sich zählt dann wohl auch, dass ich mich seit drei Tagen frage ob dieses Werbebanner des neuen Lokalsenders nun unglücklich oder absichtlich dort angebracht wurde.
Wäre hier eine Webseite angegeben, läge die Antwort natürlich auf der Hand. Hieße der Sender HIT FM, auch.
Top-Platzierung
February 3rd, 2010 § 4
Die merkwürdigen Grenzen Groß- und Vorstädter
January 19th, 2010 § 11
Vorsätze für das neue Jahr
January 7th, 2010 § 12
Spaßgesellschaft (2)
January 5th, 2010 § 12
Eines Tages beschloss dann unsere Kleinstadt einen Skatepark an den südlichen Waldrand zu stellen, wir waren damals 14 oder 15 Jahre, also kurz bevor das vorzeigbar war, weswegen das auch ‘ne grandiose Angelegenheit war, so mit einer richtig stabilen Halfpipe und weiter hinten ein paar Boxen aus Beton und metallverstärkte Kanten, die hatten sich mal richtig was dabei gedacht. In den Sommerferien nahmen wir das Ding fast täglich in Beschlag, im Takt der übersteuerten Bässe aus Bernhards Ghettoblaster schnalzten wir die Bretter über den glatten, schwarzen Asphalt bis mir abends die Handgelenke schmerzten, trotz der Schoner. Zwischendurch, wenn die Sonne richtig auf Hochtouren war, hockten wir uns auf die Halfpipe und aßen was, anfangs noch Toastbrot, aber der Schweiß aus unseren Händen durchweichte das furchtbar schnell, ganz egal wie oft wir uns die Finger an den T Shirts abwischten, die natürlich eh klitschnass waren vom ganzen Üben und so, und so wechselten wir schnell zum festeren Dunkelbrot. Und zu eben so einer Pause, wir pafften gerade unsere Zigaretten, da kam dieser Typ das erste Mal, sein grauer Pferdeschwanz von einem dreckigen Haargummi zusammengehalten und beige Sandalen mit Schweißfüßen drin, ungelogen die stanken bis zu uns hoch, so ein süßlicher Muff. Direkt quäckte er los, was für Faulpelze wir doch wären, er in unserem Alter war protestieren, Häuser besetzen und die da oben aufrütteln, während wir uns jetzt von denen mit Spielplätzen stummkriegen lassen, da wäre ja wohl schon alles verloren. » Read the rest of this entry «
Doch noch ein wenig Jahresrückblick
December 31st, 2009 § 9
Wie ich heute morgen feststellte, hat sich Österreich bereits auf das Unwort des Jahres 2009 geeinigt und es lautet Analogkäse. Dieses Produkt, das sich in erster Linie auf Tiefkühlkost findet, besitzt nämlich keine Milch- sondern eine Pflanzenölbasis, kennt Almkühe also bestenfalls von den Verpackungen im Nachbarregal und dürfe somit unter keinen Umständen auch nur in die Nähe eines Naturprodukts gerückt werden. Nun ließe sich natürlich einwenden, dass Analogkäse aufgrund seiner Konsistenz keineswegs gesundheitsschädlich ist, und ja wohl auch niemand seine Wohnungsbesucher ungefragt davor warnt, dass der dargebotenen Sessel nur einen Kunstlederbezug hat, aber wo die Kapitalismuskritik am Werke ist sollte die Linguistik sich lieber zurückhalten, am Ende müssten sonst noch die Hälfte aller jemals verliehenen Literaturpreise zurückgegeben werden und damit wäre schließlich auch niemandem gedient.
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