Eines Tages beschloss dann unsere Kleinstadt einen Skatepark an den südlichen Waldrand zu stellen, wir waren damals 14 oder 15 Jahre, also kurz bevor das vorzeigbar war, weswegen das auch ‘ne grandiose Angelegenheit war, so mit einer richtig stabilen Halfpipe und weiter hinten ein paar Boxen aus Beton und metallverstärkte Kanten, die hatten sich mal richtig was dabei gedacht. In den Sommerferien nahmen wir das Ding fast täglich in Beschlag, im Takt der übersteuerten Bässe aus Bernhards Ghettoblaster schnalzten wir die Bretter über den glatten, schwarzen Asphalt bis mir abends die Handgelenke schmerzten, trotz der Schoner. Zwischendurch, wenn die Sonne richtig auf Hochtouren war, hockten wir uns auf die Halfpipe und aßen was, anfangs noch Toastbrot, aber der Schweiß aus unseren Händen durchweichte das furchtbar schnell, ganz egal wie oft wir uns die Finger an den T Shirts abwischten, die natürlich eh klitschnass waren vom ganzen Üben und so, und so wechselten wir schnell zum festeren Dunkelbrot. Und zu eben so einer Pause, wir pafften gerade unsere Zigaretten, da kam dieser Typ das erste Mal, sein grauer Pferdeschwanz von einem dreckigen Haargummi zusammengehalten und beige Sandalen mit Schweißfüßen drin, ungelogen die stanken bis zu uns hoch, so ein süßlicher Muff. Direkt quäckte er los, was für Faulpelze wir doch wären, er in unserem Alter war protestieren, Häuser besetzen und die da oben aufrütteln, während wir uns jetzt von denen mit Spielplätzen stummkriegen lassen, da wäre ja wohl schon alles verloren. » Read the rest of this entry «
Spaßgesellschaft (2)
January 5th, 2010 § 10
Spaßgesellschaft
November 26th, 2009 § 6
Gleich zu Beginn der Vorstellung verließen die Ersten den Saal. Sie verstanden nicht, wie jemand diesen Unsinn da vorne ernst genug nehmen konnte, um Gefallen daran zu haben. Die Zurückgebliebenen hatten für die Flüchtlinge nur ein Schulterzucken übrig. Sie verstanden nicht, wie jemand diesen Unsinn da vorne ernst genug nehmen konnte, um keinen Gefallen daran zu haben.
Beim Herausgehen kaufte noch jeder eine CD des Künstlers, von der die Hälfte des Geldes einer wohltätigen Stiftung zugute kam. So waren schließlich alle der Meinung, etwas Vernünftiges getan zu haben. Und das ist schließlich die Hauptsache.