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Mein neuer Follower

Wer Marketing als Teufelszeug verschreit hat natürlich unrecht. Damit sich Letzterer auf den Weg macht um neues Humankapital zu sichern braucht es schon eine tote Katze, ertränkt bei Vollmond im Menstruationsblut einer Jungfrau (oder was weiß ich). Auf jeden Fall steckt er nicht einfach mal eben den Kopf durch die Tür, weil er vielleicht seinen Namen gehört hat. Darum ist Marketing auch witziger:
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Zeitzeichen

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Vor zehn Jahren galt bei mir ein Abend erst als lang wenn ich auf dem Heimweg bereits beim Bäcker einkaufen konnte. Allgemein ist das ja die beste Zeit dafür: Der Laden ist bis auf einen frühen Jogger leer und die Backwaren so zahlreich und frisch, dass ihr Duft die Trennscheibe mit milchigen Ovalen beschlägt. Es ist einer der seltenen Momente in denen sich Realität und Werbefernsehen einig sind. 

Inzwischen ordere ich meine Nutellaunterlage dort eher joggend als übernächtigt. Bei einer Verkäuferin übrigens, die hinter ihrem Servicelächeln die Erkenntnis versteckt, dass die Werbung Joggerschweiß vergisst – und erst recht Jugendliche, die die letzte Nacht als übergroße Fahne vor sich her schwenken.

Lange Abende gibt es natürlich schon noch. Dafür reicht es jetzt aber, dass die Zeitung vor mir an der Haustür ist.

Nebenbei: Das nächste Comeback der Achtziger also. Wie oft wollen wir eigentlich noch unseren großen Zeh aus dem Badewasser des neuen Jahrtausends zurückziehen?

Muss mal – und nicht erst morgen, vielleicht.

So, genug der Ruhe hier. Zwar kann ich einen Haufen guter Gründe nennen warum ich nicht zum Veröffentlichen komme, aber die mangelnde Qualität, die ich gerne anführe lässt sich sicher nicht durch Stillstand bezwingen.

Überhaupt ist doch das Schöne an bloglesen ja auch der Blick in die Küche dabei, der Moment in dem das Tagesgericht noch nicht angerichtet um Michelin Sterne ringt sondern gerade erst frisch geschält auf die nächste Anweisung im Kochbuch wartet.

Ich arbeite jetzt also weiter dran, meine Ansprüche herunterzuschrauben und hier öfter aufzutreten. Hoch gehen sie dann eh wieder von ganz alleine.

Bloghörung

Nachdem ich in Ginsheim zwar in zweiter Reihe, aber zwischen der bezaubernden Finja und der liebreizenden Liza saß und somit kaum mehr als das eigene Herz laut zittern hörte, werde ich in Köln erneut versuchen den Texten der FrauvonWelt und ihrer Herrenbegleitung, dem Herrn Grob, MC Winkel, Herrn Schoss, dem Taubenvergrämer und 500Beine zu folgen.

Ich wäre den Veranstaltern sehr verbunden, wenn sie mir dieses mal einen Platz zwischen zwei faltigen Herren mit fettigen Haaren organisieren könnten.


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Bücherwahn

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Aus der Reihe Studien, die die Welt nicht braucht lernte ich jetzt, dass Männer ihr bpa (Bücher pro annum) fast ebenso gerne nach oben lügen wie die Zahl ihrer ehemaligen Geschlechtsverkehrpartner, ja dies mitunter durch einen Schrank voller ungelesener Bücher (zumindest optisch) belegen und sich dadurch höhere Chancen bei den Frauen versprechen.

Diesem Irrglauben muss ich widersprechen. Bei mir sammeln sich derart viele Bücher, dass ich letztens sogar auf Drängen meiner arbeitslosen Buchstützen und der übergewichtigen Schränke zwei Ikeataschen voller Bände im Altpapier entsorgte. “Keine Sorge, das wächst ja schnell wieder nach,” beschwichtigten sie meine Kastrationsvorwürfe. Entgegen der mehrheitlichen Meinung der Studie waren die weiblichen Reaktionen danach durchweg positiv. Kommentare wie freundlicher, ordentlich, normal und wieder begehbar fielen. Von Attraktivitätsverfall (wo auch immer mein Skalenwert anzusiedeln ist) jedenfalls keine Spur.

Auch der Überzeugung, strategisch platzierte Literatur neben das Bett erhöhe die Chancen eine Umworbene umgehend in selbiges zu bekommen, will mir nicht ins Hirn. Den Test unter Laborbedingungen steht zwar noch aus, aber „Oh, Goethe! Da werd ich direkt rollig“ klingt für mich eher nach der Pornokausalität eines Gonzodrehbuchautors der sein Germanistikstudium rechtfertigen will, als nach Realität.