
Vor zehn Jahren galt bei mir ein Abend erst als lang wenn ich auf dem Heimweg bereits beim Bäcker einkaufen konnte. Allgemein ist das ja die beste Zeit dafür: Der Laden ist bis auf einen frühen Jogger leer und die Backwaren so zahlreich und frisch, dass ihr Duft die Trennscheibe mit milchigen Ovalen beschlägt. Es ist einer der seltenen Momente in denen sich Realität und Werbefernsehen einig sind.
Inzwischen ordere ich meine Nutellaunterlage dort eher joggend als übernächtigt. Bei einer Verkäuferin übrigens, die hinter ihrem Servicelächeln die Erkenntnis versteckt, dass die Werbung Joggerschweiß vergisst – und erst recht Jugendliche, die die letzte Nacht als übergroße Fahne vor sich her schwenken.
Lange Abende gibt es natürlich schon noch. Dafür reicht es jetzt aber, dass die Zeitung vor mir an der Haustür ist.
Nebenbei: Das nächste Comeback der Achtziger also. Wie oft wollen wir eigentlich noch unseren großen Zeh aus dem Badewasser des neuen Jahrtausends zurückziehen?
Klingt nach meinem Freitagabend. Nur langsam muss man dafür dann den ganzen Samstag büßen. Also ich zu mindest.
Obwohl Sofa, DVD gucken und Pizza bestellen vielleicht nicht ganz so waaaahnsinnig viel mit Buße zu tun haben…
Sie Teufelskerl, werter Herr Kaal, sie joggen nach durchzechten Nächten noch nach hause? Und lesen dabei Zeitung? Da bekomme ich spontan weiche Knie!
Herzlichst und alles genau richtig verstanden
Ihre DiVa
Joggen sollte ich heute eigentlich auch mal gehen.
Ich lasse mir nur schnell noch 5 Argumente dagegen Einfallen.
Eines wären die 80er.
ich muss auch heute noch um elf zu hause sein.
Ich versuch auch immer, im Hellen nach Hause zu gehen.
Johanna, komm wir gründen eine Glaubensrichtung in der genau das als Sühne gilt!
Das kann ich aber nur in München, werte DiVa. Erwarten Sie keine ähnlichen Hochleitungen in Köln.
Neonfabenes Stirnschweißband, MC? Geflochten?
Elf Uhr morgens, Herr Grob, schaffte ich zu meinen besten Zeiten nur sehr selten. Respekt.
Scholli, das klappt bei mir nur noch im Juli.
Bei mir kriegt der werte Herr Kaal immer frisches Brot aufgebacken. Egal um welche Zeit. Und vom Bahnhof Bern sind es nur 15 Minuten zu Fuss bergab bis zu meiner Residenz :)
[...] ich Samstagmorgen auf. Schmerzen in Körper und Geist. Dabei war es gar nicht so spät. Immerhin die Zeitung war schon im Briefkasten. Doch der Tag ist dahin. Schleppe mich mit letzter Kraft zur Videothek. [...]
Ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, als meine Mutter zu mir noch immer sagte “In der Nacht sind alle Katzen grau” und damit meinte, ich solle heimkommen solange es noch dunkel sei. Ich habs immer versucht, erst nach Sonnenaufgang heimzukommen. Das war für mich ein langer Abend.
Die gibts nicht mehr. Lang sind die Abende dann, wenn ich heimkomme und zu müde bin um die Waschmaschine noch anzustellen. Hmmm… vielleicht werde ich alt.
Olala, Chnübli, sei lieber vorsichtig mit solchen Verlockungen, da komm ich am Ende noch drauf zurück – so in der Sommerzeit vielleicht.
Ha, Tobi, die Waschmaschinenüberlegung kenn ich. Leider.
wer ahnung hat weiß: die 80er waren nie weg
Und dank der deutschen Demographie werden es immer mehr.