Aus der Reihe Studien, die die Welt nicht braucht lernte ich jetzt, dass Männer ihr bpa (Bücher pro annum) fast ebenso gerne nach oben lügen wie die Zahl ihrer ehemaligen Geschlechtsverkehrpartner, ja dies mitunter durch einen Schrank voller ungelesener Bücher (zumindest optisch) belegen und sich dadurch höhere Chancen bei den Frauen versprechen.
Diesem Irrglauben muss ich widersprechen. Bei mir sammeln sich derart viele Bücher, dass ich letztens sogar auf Drängen meiner arbeitslosen Buchstützen und der übergewichtigen Schränke zwei Ikeataschen voller Bände im Altpapier entsorgte. “Keine Sorge, das wächst ja schnell wieder nach,” beschwichtigten sie meine Kastrationsvorwürfe. Entgegen der mehrheitlichen Meinung der Studie waren die weiblichen Reaktionen danach durchweg positiv. Kommentare wie freundlicher, ordentlich, normal und wieder begehbar fielen. Von Attraktivitätsverfall (wo auch immer mein Skalenwert anzusiedeln ist) jedenfalls keine Spur.
Auch der Überzeugung, strategisch platzierte Literatur neben das Bett erhöhe die Chancen eine Umworbene umgehend in selbiges zu bekommen, will mir nicht ins Hirn. Den Test unter Laborbedingungen steht zwar noch aus, aber „Oh, Goethe! Da werd ich direkt rollig“ klingt für mich eher nach der Pornokausalität eines Gonzodrehbuchautors der sein Germanistikstudium rechtfertigen will, als nach Realität.


