Halb so wild
July 11th, 2010 § 1
Buch 2: Noch eine Vorstellung
June 8th, 2010 § 0
Man muss es zwar nicht laut anstimmen, das vielbesungene Lied vom Ende der Welt, aber es doch leise mitsummen, wenn man dieses Buch auspackt: “The sun and the moon” erzählt von einer riesigen Zeitungsente, die vor 150 Jahren durch New York tobte, wie es seitdem nur noch King Kong, Godzilla und dem Marshmallow-Man erlaubt wurden. Um Fabelwesen ging es auch dort: Einhörner, aufrecht gehende Biber und eine Horde Batmänner, die auf dem Mond lebten und sich Dank modernster Teleskoptechnologie erstmals dem menschlichen Auge entblößten. Nun lässt sich freilich der vom vielseits anerkennenden Nicken begleitete Weg einschlagen, der diese Artikelserie als den Beginn des unseriösen Journalismus beschreibt, dem Auflagenzahlen durch einen verängstigten Mob wichtiger als Fakten sind. Allerdings bietet sich daneben, fast völlig verwachsen, ein Zweiter: Auf ihm findet sich die Idee, dass auch im Springer Verlagshaus noch ein Redakteur sitzt, dessen Augenzwinkern wir bei seinen Erzählungen von schwarzen Löchern aus dem LHC ebenso übersehen wie seinerzeit halb New York. Oder ist das noch fantastischer als Einhörner auf dem Mond?
Buch 1: Eine Vorstellung als Vorstellung
May 30th, 2010 § 4
Personen:
Karl Marx, Philosoph
Nikolaj Federov, Bibliothekar
Konstantin Ciolkovskij, Physiklehrer
Aleksandr Bogdanov, Arzt
Valerian Murav’ev, Adeliger
Bram Stoker, Schriftsteller
Ein Keller irgendwo in Russland, irgendwann zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Karl Marx beendet soeben einen Vortrag seiner Theorien. Die Zuhörer donnern ihre Knöchel auf den Tisch, der ein oder andere sogar mit beiden Händen. Vermutlich ist das Klare in den Gläsern kein Wasser.
Marx klopft die Vortragsblätter zusammen und geht.
31 Bücher in (sicher mehr als) 31 Tagen
May 26th, 2010 § 0
Lesen gehört ja zu den wenigen asozialen Beschäftigungen, mit denen sich noch brüskieren lässt. Um für die Geschichte vom allein auf dem Sofa verbrachten Abend wenn nicht sogar Urlaub kein Spott oder Mitleid zu ernten, reicht es eigentlich schon aus, beim Erzählen die Fernbedienung den Laptop gegen den Roman zu tauschen. Dann empfiehlt es sich nur noch die Anzahl der gerauchten Zigaretten als Zahl der gelesenen Seiten anzugeben und schon wirkt es nicht mehr pathologisch sondern passioniert.
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